ARCHITEKTONISCHES GRUNDKONZEPT


Das Jugendzentrum wird als kompakter, zweigeschossiger Baukörper ausgebildet, dadurch wird der Bau kostengünstig und die Freianlagen bleiben relativ groß.

Die Situierung im Norden des Grundstücks und die Kubatur des Jugendzentrums paßt sich der Nachbarbebauung und dadurch der städtebaulichen Gesamtsituation an. Die Lage hat den großen Vorteil, daß der bestehenden Höhenunterschied für eine behindertengerechten Rampe nutzbar ist und dadurch die Kosten für einen Aufzug gespart werden können.

Der Mehrzweckraum und die Gruppenräume sind nach Süden ausgerichtet, dadurch hell und freundlich. Die Cafeteria ist zudem ebenerdig mit dem Freibereich verbunden, so kann im Sommer ein direkter Austausch von öffentlichen Innen- und Außenbereich stattfinden.

Der Außenbereich wird mit einer multifunktionalen "Graffitiwand" zur Bebauung jenseits des Angers schall-geschützt. Sie bildet zusammen mit dem Gebäude im Norden und der intensiven Begrünung im Westen des Grundstückes einen Freiraum mit Innenhofcharakter. Die Wand kann von den Jugendlichen selbst gestaltet, besprüht oder begrünt werden und erhöht somit die Identifikation mit dem Jugendzentrum.

Der Mehrzweckraum bietet trotz des einfachen Grundrisses interessante architektonische Aspekte: Der von der Cafeteria abtrennbare "Billardraum" ist überhoch unter einem Luftraum. Die Beleuchtungsanlage kann dadurch in optimaler Höhe von ca. 4m an einem vom Obergeschoß zugänglichen Laufsteg angebracht werden. Auch die Bühne kann dadurch vorteilhafter situiert werden. Die Überhöhe des Veranstaltungsbereiches hat zudem einen großen raumklimatischen Vorteil. Die Cafeteria wird mit "gemütlichen" 2,80 m Raumhöhe ausgebildet werden.

  1. Erfüllung des Raumprogrammes
  2. Kostengünstiges Bauen
  3. Erhöhter Schallschutz
  4. Einbindung in den städtebaulichen Kontext
  5. Erweiterbarkeit durch Gebäuderiegel im Südosten
  6. Abschließbarkeit bei Veranstaltungen / Trennung der zwei Ebenen
  7. Möglichkeit zur (Um-)Gestaltung durch Jugendliche / Identifikation
  8. Behindertengerechtes Bauen
  9. Optimiertes Raumklima
  10. Multifunktionaler Freiraum


1. Erfüllung des Raumprogrammes

Raumbezeichung

Soll -Bodenfläche
in m²

Ist - Bodenfläche
in m²

Gruppenraum 1

20

21,2

Gruppenraum 2

20

21,2

Werkstatt

25

24,8

Werkraum

20

20,4

Büro+Besprechung

25

28,7

Technik

-

12,5

Mehrzweckraum

100

53,1+58,3

Bühne

20

22,1

Küche

20

19,9

Lagerraum/Getränke etc.

30

29 (6,3+22,7)

WC-Anlagen

25

26,6

Vorraum/Garderobe

-

16,5

 


2. Kostengünstiges Bauen

- Zweigeschossiges Gebäude geringe GRZ
- Flächenreduzierung durch wenig Verkehrs-/Restflächen
- Kompakter Baukörper
- Behindertengerechte Rampe anstatt Aufzug
- bunter und pflegeleichter Industriefußboden
- z.T. Rohbetonflächen für z.B. Graffitiwände keine Putzer-, Malerarbeiten

Multifunktionale "Graffitiwand":
- Schallschutz zur Wohnbebauung südöstlich des Grundstückes
- zum selbst gestalten Identifikation mit Jugendzentrum
- Fernwirkung "hier ist das Jugendzentrum"
- Abgrenzung zur Umgebung gemütlicher Innenhofcharakter
- Offenheit Richtung SW u. NO keine Eingeschlossenheit
- Fahrradabstellplatz
- Stützmauer für Basketballkorb


3. Erhöhter Schallschutz

- Eingang im Norden
- multifunktionale Schallschutzwand im Südosten
- Erhöhter Schallschutz im Veranstaltungsraum:

- Schallschutzfenster
- Schallschutzdach
- Be- und Entlüftungsanlage - geschlossene Fenster bei Veranstaltungen
- Notbelüftung Richtung Norden


4. Einbindung in den städtebaulichen Kontext



5. Erweiterbarkeit im Südosten



6. Trennung der zwei Ebenen

- Der Veranstaltungsbereich im Erdgeschoß kann vom Obergeschoss

komplett abgetrennt werden


7. Möglichkeit zur (Um-) Gestaltung durch Jugendliche

- Betonwände zum gestalten, besprühen (s. 2. Kostengünstiges Bauen)
- Sockel im Freibereich für auswechselbare Kunstobjekte von Jugendlichen
- leicht veränderbare Trockenbauwände im Obergeschoss


8. Behindertengerechtes Bauen

- Veranstaltungsbereich und Freianlagen ebenerdig
- Rampe mit 6% Neigung zu Obergeschoss
- behindertengerechte WC´s in Erdgeschoss und Obergeschoss
- alle Türen (außer in Damen- und Herren-WC´s) mind. 88,5 cm breit
- Alternativ zur Rampe könnte ein Aufzug eingebaut werden


9. Optimiertes Raumklima

- Veranstaltungsraum:

- Be- und Entlüftungsanlage
- Not- und Querbelüftung durch Nordfenster
- Überhöhe durch Luftraum

- Südorientierung der Gruppenräume und des Café´s
- Verschattung der Südfenster durch Vordach und Fensterputzsteg aus

kostengünstigem Metallrost

- Feuchtigkeitsregulierung durch Holz-Sichtdachstuhl im OG


10. Multifunktionaler Freiraum

Elemente der Freiraumgestaltung mit verschiedenen Aufenthaltsqualitäten:
- Begrünung durch Bäume und Büsche an Grundstücksgrenzen und

Terassenbereich

- gepflasterte Terasse vor Cafeteria
- Asphaltfläche (Inlineskating / Basketball ...)
- multifunktionale Betonbänke Sitzen z.T. mit Holzauflage/ z.T. Inlineskating /

bemalbar

- mobile Holzbummerl flexible Sitzgelegenheit / Ralleybahn für Inlineskater ...
- "Grüner Treffpunkt" unter Bäumen im Südwestern des Geländes
- Quarterpipe für Inlineskater
- Basketballkorb an Graffitiwand
- Sockel für Kunstobjekte von Jugendlich